28.02.2010
TANGO ORANGE MEETS MALAMBESCU
"The main idea of Malamb(o)Escu(ltura) is to combine modern argentinian sculptures designed by the artist Diego Iriarte with the traditional dance of the "gauchos" called Malambo. In this way MalambEscu creates a fusion of apparent contrasts. Stillness and movement, avantgarde and tradition, the masculine and the feminine, iron trash transformed into a new dimension. The Malambo which in its origins was only performed by men will be danced by a german female inmigrant."
Am 13. März findet die Tango Orange Milonga umgeben von den harmonischen, kraftvollen, kalt gebogenen Metallskulpturen des argentinischen Bildhauers und Malers Diego Iriarte statt. Als Showeinlage werden drei verschiedene Tänze der argentinischen Folklore zu sehen sein.
Wann: Samstag, 13. März, Lippmannstr. 53
Programm: 19:00 Uhr Einlass
20:00-21:30 Uhr Workshop Chacarera mit Arnika Schwarz
22:00 Milonga (mit Showeinlage Argentinische Folklore)
Kosten: Workshop 10,-€ inklusive Milonga (bitte rechtzeitig anmelden unter info@tangorange.com)
Milonga: 5,-€
Malambescu
Im Malambescu wird eine Fusion der scheinbar gegensätzlichen Künste präsentiert. Zu sehen sein wird eine Ausstellung abstrakter Metallskulpturen in Verbindung mit einer Vorführung des traditionellen Malambos, dem Wahrzeichen der alten Gauchotanzkultur. Die Grundidee des "Malambescu" (MALAMBo plus ESCUltura) ist es, Tradition und Moderne zusammenzufügen, neu zu definieren und ein Licht auf das aktuelle Argentinien, abseits des Tango-Klischees und Sojaexports zu werfen. So werden im Malambescu Kontraste geschaffen zwischen modernen Baustoffen, künstlerischer Neuverwertung von Metallschrott und in der argentinischen Folklore verwurzelter Musik und Tanz, wobei der ursprünglich ausschließlich von Männern getanzte Malambo hier von einer deutschen Immigrantin dargeboten wird.
Zunächst wird der Besucher in die Pampa eingeladen, denn in dieser Region entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Malambo. Der „Malambo sureño“, wie diese Südform heißt, wird traditionell ohne Sohlen getanzt. Neben der charakteristischen Körperhaltung des Malambos sind es überwiegend die Füße, die bei diesem Tanz zum Einsatz kommen. Eine vom Gaucho selbst kreierte Abfolge und Kombination unterschiedlicher Fußbewegungen und Schritte, die so genannten „mudanzas“, werden jeweils zunächst mit einem Fuß beginnend und getrennt durch die „repique“, (einer einem speziellen Rhythmus verpflichteten Steppfolge) dann identisch mit dem jeweils anderen Fuß ausgeführt. Schon seit jeher wird der Malambo als Wettbewerb zwischen sich gegenseitig herausfordernden Tänzern genutzt. Ein Gaucho legte eine „mudanza“ jeweils zunächst mit einem, dann mit dem anderen Fuß beginnend vor und gleich im Anschluss wurde von seinem Herausforderer das Gleiche verlangt. Es verlor derjenige - zum Teil erst nach Stunden - dem keine neue „mudanza“ mehr einfiel oder derjenige, der eine schlechtere Qualität darbot. Heutzutage ist es üblich, dass Tänzer komplette Choreografien vorbereiten, mit denen sie auf speziellen Malambo-Festivals gegen andere Tänzer antreten.
Im Programm des „Malambescu“ geht es weiter mit einem „Malambo norteño“. Von der Pampa aus verbreitete sich der Malambo bis hoch in den Norden. Den hier sehr unterschiedlichen Bodenverhältnissen entsprechend, veränderten sich auch die Kleidung und folglich ebenso der Tanzstil. Der „Malambo norteño“ wird mit verstärkten Lederstiefeln getanzt. Die Musik ist in der Regel schneller als die der Südform und häufig kommt begleitend auch die „bombo“ (eine traditionelle Trommel) zum Einsatz. Die mit Nägeln beschlagenen Stiefelsohlen erzeugen während der „mudanzas“ eine raffinierte Perkussion, die den speziellen Reiz der Nordform ausmacht. Sowohl der Malambo sureño, als auch der Malambo norteño werden traditionell ausschließlich von Männern getanzt. Erst in den letzten Jahren erobern auch immer mehr weibliche Malambistas die Bühne.
Als letzten Tanz des Abends präsentiert Arnika Schwarz eine Zamba. Nicht zu verwechseln mit der brasilianischen Samba, ist die argentinische Zamba ein romantischer Folkloretanz zwischen Mann und Frau. Beide werben umeinander unter Zuhilfenahme eines kleinen, luftigen Stofftuches, das die Liebe symbolisiert. In der Zamba gibt es viele Improvisationsmomente und immer ein „glückliches Ende“ der „Eroberung“. Heutzutage werden häufig stilisierte Zambas getanzt, die zum Teil auch als Solo präsentiert werden. Hier wird eine solche stilisierte Zamba dargeboten. Passend zur Jahreszeit geht es um die zauberhafte Atmosphäre des Wintervollmonds.
Vor der Milonga bietet Arnika Schwarz von 20:00-21:30 Uhr einen Workshop „Chacarera“ an. So haben die Besucher selbst die Gelegenheit eine Form Argentinischer Folklore tanzend kennenzulernen. Die Chacarera ist einer der wenigen Folkloretänze, die heute noch lebendig sind. Er stammt ursprünglich aus der Region Santiago del Estero aber wird heute in ganz Argentinien getanzt. Dieser traditionelle „Eroberungstanz“ zwischen Mann und Frau wird heute auch mit gemischter Rollenverteilung getanzt.
Über die Künstler:
Diego Iriarte wurde am 23. August 1978 in Tres Arroyos, einer Stadt im Süden der Provinz Buenos Aires geboren.
Künstlerische Bildung durch:
- Antonio Caraduje im Atelier für Malerei und Restauration
- Nationaluniversität der Schönen Künste, La Plata
- Guillermo Kuitca im Atelier für Malerei
- Julio Lavallén im Atelier für Plastiken
- Carlos Regazzoni im Atelier für Skulpturen
Ausstellungen und Messen:
- Nationalsalon der “Fiesta Provincial del Trigo” (Tres Arroyos – 1999 – 2000)
- Gemäldesalon der Gruppe “Vuelo en V” (Gastkünstler) (Museum Mulazzi- Tres.Arroyos. 2001)
- Salon der Jungen Kunst von La Plata (Museum der Schönen Künste, La Plata – 2003)
- Dekorative Kunst im Stadtteil Palermo (Buenos Aires – 2003)
- Ausstellungen in Freiburg, Brilon und Hamburg 2009
Preise:
- Erster Preis für das beste Werk aus Tres Arroyos, Nationalsalon der Gemälde, Museum Mulazzi, Tres Arroyos (2008)
- Erster Preis, Salon der jungen Kunst, Museum der Schönen Künste, La Plata (2003)
- Premio “El Quijote”, muestra colectiva, Confitería El Quijote Tres Arroyos, (2000)
Assistenz- und Auftragsarbeiten:
- Assistenz und Colaboration bei Marta Minujin “La mujer de hierro”
- Assistenz und Colaboration bei Carlos Regazzoni
- “Monumentale Skulpturen in Viedma”(2004)
- Werke für das argentinische Fernsehen “La noche del 10 de Diego Maradona”
- Abstrakte Skulptur für die Volkswagenpräsentation Suram.
- Kühe der Cow Parade (2005)
-
“El Quijote de la Mancha” (Azul) deklariert durch die UNESCO, Cervantina am 23 April 2007.
- Werke in Paris und in Burgund, Frankreich
Zurzeit lebt und arbeitet Diego Iriarte mit seiner Frau in Buenos Aires, wo sich auch sein Atelier und Kulturzentrum Querida Elena befindet. Er realisiert Wandmalereien in den Straßen von Buenos Aires mit einer Gruppe europäischer Künstler und arbeitet an der Ausgestaltung des Skulpturenkorridores der Straße Irala in Buenos Aires.
Arnika Schwarz wurde 1975 in Dinslaken geboren. Nach ihrem Musiktherapiestudium in Heidelberg lebte sie in Tansania, wo sie am Bagamoyo College of Arts traditionellen Tanz und traditionelle Musik studierte. Nebenher arbeitete sie in der künstlerisch ausgerichteten NGO „Usinga“ mit Straßenkindern. Im Jahr 2000 und 2001 war sie in Deutschland an der Organisation und Durchführung einer Informations- und Tanzveranstaltungsserie zu Gunsten des Usinga-Projektes beteiligt.
Als begeisterte Tangotänzerin zog es sie 2004 erstmals nach Buenos Aires. Ein Jahr später immigrierte sie nach Argentinien und begann 2006 ihr Diplomstudium der Folklore mit Schwerpunkt auf argentinischem Folkloretanz und Tango am Instituto Universitario Nacional del Arte.
Anfang 2010 kommt sie für drei Monate als Tänzerin mit „Malambescu“ in ihre alte Heimat zurück. Arnika Schwarz arbeitet, studiert und lebt mit ihrem Mann Diego Iriarte im Stadtteil La Boca in Buenos Aires.
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